Studentenjobs: Geld verdienen im Studium


Ein Studium ist immer mit hohen Kosten verbunden. Neben dem obligatorischen Semesterbeitrag fallen viele weitere Ausgaben an: Miete, Essen, Kleidung, Bücher, technisches Equipment (z. B.  Laptop) und die Teilnahme am kulturellen Leben sind nur einige Beispiele. Im Schnitt sind monatlich 819 € fällig. Abhängig vom Studienort können die Ausgaben auch deutlich höher ausfallen (Quelle: internationale-studierende.de).

Um all das zu finanzieren, verdienen sich viele Studierende über Nebenjobs Geld dazu. Das bessert nicht nur die Haushaltskasse auf, sondern bringt auch wertvolle Erfahrungen mit sich. Nicht zuletzt erhalten Studenten einen ersten Einblick in die Arbeitswelt. Oft lassen sich dabei nützliche Kontakte knüpfen, die sich in der Zukunft vielleicht noch auszahlen.

 

Hier erfahren Sie, dass

 

  • Nebenjobs als Kellner oder im Einzelhandel bei Studierenden ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen.
  • vor allem Nischenjobs interessante Verdienstmöglichkeiten bieten.
  • es sich lohnt, die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Job neben dem Studium genau zu kennen.

Was gilt als Studentenjob, und was müssen Sie beachten?

 

Neben dem Studium dürfen Sie bis zu 20 Stunden in der Woche nebenbei arbeiten. Überschreiten Sie diese Stundenzahl, gelten Sie vor dem Gesetz als Arbeitnehmer und verlieren Ihren Studentenstatus. Ausnahme: die Semesterferien. In der vorlesungsfreien Zeit können Sie bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten und so ein finanzielles Polster aufbauen.

Mini, Midi, Werkstudent: Diese Arten von Jobs gibt es

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, neben dem Studium zu arbeiten. Welche Beschäftigungsform Sie wählen, wirkt sich immer auch auf den maximal möglichen Verdienst aus.

 

Der Minijob

 

Im Schnitt dürfen Sie bei einem Minijob maximal 450 € monatlich verdienen, insgesamt höchstens 5.400 € im Jahr. Eine Kombination mehrerer Minijobs ist möglich. Die Arbeitseinteilung ist in Absprache mit dem Arbeitgeber oft flexibel. So können Sie das Pensum zurückfahren, wenn Klausuren anstehen, und dafür in den Semesterferien mehr arbeiten.

 

Wie „normale Arbeitnehmer“ haben Sie als Minijobber ein Anrecht auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Vorgeschrieben ist außerdem die Zahlung des Mindestlohns, aktuell 8,84 € pro Stunde. Beim Verdienst gilt beim Minijob: „Brutto gleich Netto“, da Sie ihn als Arbeitnehmer nicht versteuern müssen.

 

Werkstudent

 

Als Werkstudent können Sie gleichzeitig Geld verdienen und wertvolle Praxiserfahrungen sammeln. Oft ist der Arbeitgeber an einer Zusammenarbeit über mehrere Semester interessiert.

 

Das Gehalt variiert. Vorgeschrieben ist der gesetzliche Mindestlohn. Üblich ist ein Stundenlohn von bis zu 14 €. Er hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Branche
  • Arbeitgeber
  • Studiengang
  • Tätigkeitsumfang

 

Wichtig: Das Studium sollte immer im Vordergrund stehen. Maximal 20 Stunden pro Woche dürfen Sie als Werkstudent arbeiten. Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung fallen nicht an, wenn Sie höchstens 450 € monatlich verdienen. Der Anspruch auf Kindergeld für Studierende unter 25 Jahren bleibt unberührt. Das gilt auch, wenn Sie während der Semesterferien in Vollzeit arbeiten. Auch das BAföG beeinflusst der Verdienst nicht, sofern Sie den Freibetrag von 7.500 € im Bewilligungszeitraum nicht überschreiten.

 

Ferienjob

 

Das Arbeitsverhältnis ist bei einem Ferienjob stets auf einen festen Zeitraum befristet. Ein anteiliger Urlaubsanspruch ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei einer 40-Stunden-Woche kommt selbst mit dem Mindestlohn schnell einiges zusammen. Sozialversicherungspflichtig ist der Ferienjob trotzdem nicht. Allerdings darf er über höchstens 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr gehen. Außerdem dürfen Sie den Ferienjob nicht während eines Urlaubssemesters machen.

 

Kommen mehr als 900 € im Monat zusammen, behält der Arbeitgeber die Lohn- und ggf. Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag ein. Den Betrag führt er an das Finanzamt ab. Bleiben Sie mit Ihrem Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 8.820 €, können Sie sich dieses Geld am Jahresende über die Steuererklärung komplett zurückholen.

 

Midijob

 

Wo der Minijob aufhört, fängt der Midijob an: Wer regelmäßig mehr als 450 €, aber höchstens 850 € monatlich verdient, arbeitet in der sogenannten Gleitzone. Das bedeutet, die Arbeitnehmer müssen allmählich steigende Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Diese richten sich nach der Höhe des Einkommens und liegen zwischen 11 und 21 %. Eine freiwillige Aufstockung ist möglich.

 

Zusätzliche Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen für Studenten nicht an, solange sie unter der Grenze von 20 Wochenstunden bleiben. Anders als der Minijob wird der Midijob voll versteuert. Übersteigt Ihr monatliches Einkommen 450 €, müssen Sie sich selbst pflichtversichern.

Die beliebtesten Studentenjobs

 

Unter der Vielzahl der Studentenjobs gibt es einige Dauerbrenner, die sich über Jahre hartnäckig an der Spitze der Beliebtheitsskala halten.

 

Allgemeine Aushilfstätigkeiten im Büro

 

Wie Sie als Aushilfe im Büro eingesetzt werden, ist abhängig von der Branche und vom Arbeitsbereich. Häufig sind das:

  • Sekretariat
  • Verwaltung
  • Sachbearbeitung

 

Die Aufgaben sind i. d. R. nicht besonders komplex. Postbearbeitung, Ablage, Aktenpflege, Kopierarbeiten und Botengänge sind klassische Beispiele. Auch telefonischer Kundenkontakt kann Teil der Arbeit sein. Mitbringen sollten Sie gute Deutschkenntnisse und einen sicheren Umgang mit dem PC. Verdienen können Sie hier durchschnittlich 11 € in der Stunde.

Studentenjobs in der Gastronomie

 

Nicht zuletzt wegen der praktischen Arbeitszeiten ist die Gastronomie als Arbeitsplatz bei Studenten beliebt. In fast allen Städten werden Kellner, Servicekräfte oder Barkeeper gesucht.

 

Eingesetzt werden sie meist abends oder am Wochenende. Zum festen Stundenlohn von durchschnittlich 9 bis 11 € kommt noch das Trinkgeld. Vorkenntnisse in der Gastronomie sind von Vorteil, oft aber nicht zwingend notwendig. Wichtig sind ein freundliches Auftreten und Spaß am direkten Kontakt mit Gästen. Auch unter Stress sollten Sie nicht die Nerven verlieren.

Studentische Hilfskraft an der Uni

 

Wenn Sie schon länger als 2 Semester an Ihrer Uni studieren, können Sie sich als studentische Hilfskraft bewerben. Ihre Aufgaben umfassen dabei verschiedene Verwaltungstätigkeiten im Bereich Lehre und Forschung, z. B.:

  • Forschungsergebnisse sammeln und dokumentieren
  • Literaturlisten erstellen
  • Bei Recherchearbeiten helfen
  • Organisatorische Aufgaben erledigen

 

Die Tätigkeiten sind vielfältig. Anders als wissenschaftliche Hilfskräfte dürfen Sie kein abgeschlossenes Studium in der Tasche haben. Die Vergütung ist je nach Bundesland verschieden. Bis zu 14 € pro Stunde sind im Durchschnitt möglich.

 

Jobs als Nachhilfelehrer

 

Als Nachhilfelehrer helfen Sie Schülern, den Unterrichtsstoff zu verstehen. Sie vermitteln Wissen auf verständliche Weise und helfen bei der Prüfungsvorbereitung. Als Nachhilfelehrer können Sie auf eigene Faust in Privathaushalten arbeiten. Oder für spezialisierte Anbieter wie die Schülerhilfe.

 

Mitbringen sollten Sie ein solides Wissen in den Fächern, die Sie unterrichten möchten. Wichtig ist außerdem die Fähigkeit, dieses Wissen auch verständlich zu vermitteln.

 

Die Verdienstmöglichkeiten liegen im Schnitt zwischen 9 und 12 € pro 45 Minuten, abhängig von der Qualifikation. Achtung: Wenn Sie mit Ihrer selbstständigen Nachhilfetätigkeit regelmäßig Einkommen erzielen, gelten Sie als erwerbstätig und müssen dies beim Finanzamt melden.

 

Tätigkeiten im Einzelhandel

 

Im Einzelhandel gibt es immer was zu tun. Arbeit finden Sie hier als Kassierer, Regalauffüller oder Berater im Verkauf. Die Arbeitszeiten lassen sich zumeist gut mit einem Studium vereinbaren. Denn auch am Nachmittag und an den Samstagen wird im Einzelhandel gearbeitet.

 

Wichtig für diesen Job sind Spaß an der Arbeit mit Kunden, Zuverlässigkeit und ein gepflegtes Auftreten. Möglich sind je nach Tätigkeit Stundenlöhne zwischen 8,84 und 12 €.

Außergewöhnliche Studentenjobs

 

Jenseits der klassischen Nebenjobs für Studierende finden sich weitere spannende Betätigungsfelder. Einige skurril anmutende Jobs bieten tolle Verdienstmöglichkeiten:

 

Simulationspatient

 

Als Simulationspatient leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur praktischen Ausbildung von Medizinern. Als Patientendarsteller helfen Sie angehenden Ärzten, den richtigen Umgang mit echten Patienten zu erlernen. Sie führen fiktive Arzt-Patienten-Gespräche oder lassen sich „untersuchen“. Anschließend geben Sie Feedback zum Verhalten des Medizinstudenten während der Simulation.

 

Sie finden diese Jobs an Universitäten, die den Studiengang Medizin anbieten. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, kann je nach Uni variieren. Das gilt auch für die Verdienstmöglichkeiten. Zwischen 14 und 20 € pro Stunde sind drin. Direktes Nachfragen lohnt sich.

 

Spaß am Rollenspiel ist eine wichtige Voraussetzung. Auch medizinische Grundkenntnisse und etwas schauspielerisches Talent können nie schaden.

Tester für Apps und Websites

 

Bevor Software und Apps auf den Markt kommen, müssen diese auf Herz und Nieren geprüft werden. Wenn Sie ein Smartphone, Tablet oder einen PC besitzen, können Sie als Tester Geld dazuverdienen. Flexibel und bequem von zu Hause aus. Ihre Aufgabe:

  • Funktionalität testen
  • Fehler finden
  • Feedback geben

 

Pro Test gibt es einen Pauschalbetrag von durchschnittlich 10 €. Finden Sie als Erster einen Fehler, können Sie außerdem mit einer Prämie rechnen.

Stadtführer

 

Sie kennen sich an Ihrem Studienort schon richtig gut aus? Dann ist ein Job als Stadtführer eine spannende Möglichkeit, Geld zu verdienen. In den meisten Großstädten werden regelmäßig Stadtführer gesucht. Praktisch: Die Arbeitszeiten liegen oft am Wochenende. So verpassen Sie keine Vorlesung.

 

Viele Anbieter haben spezielle Stadtführungen im Programm. Z. B. einen kulinarischen Streifzug durch beliebte Viertel oder Insider-Führungen. Der Stundenlohn hängt vom Arbeitgeber ab und bewegt sich im Schnitt zwischen Mindestlohn und 11 € plus Trinkgeld.

 

Rikschafahrer

 

Beim Rikschafahren transportieren Sie Menschen mit dem Fahrradtaxi von A nach B. Dafür brauchen Sie:

  • Muskelkraft
  • Gute Ortskenntnisse
  • Einen Führerschein. Wenn Sie keine gültige Fahrerlaubnis haben, können Sie einen Führerschein extra fürs Rikschafahren machen. Das geht ganz unkompliziert, z. B. beim TÜV.

 

Sie bestimmen selbst, wie viele Fahrten Sie machen. So können Sie Ihren Verdienst direkt beeinflussen. 15 bis 18 € pro halbe Stunde Fahrtzeit sind im Durchschnitt möglich. Dazu kommt oft noch ein Trinkgeld.

 

Bestattungshelfer

 

Traurig, aber wahr: Gestorben wird immer. Bestattungsunternehmen haben deshalb alle Hände voll zu tun. Ohne Hilfe von außen sind die vielen Anfragen kaum zu bewältigen.

 

Als Bestattungshelfer sind Sie beispielsweise als Sargträger tätig, erledigen Behördengänge oder kümmern sich um die Dekoration für Bestattungen und Trauerfeiern.

 

Dafür sollten Sie ein freundliches und gepflegtes Auftreten mitbringen. Einfühlungsvermögen und Organisationstalent sind ebenfalls wichtig. Wenn Sie zudem der tägliche Umgang mit Tod und Trauer nicht abschreckt, könnte das der ideale Job für Sie sein.

 

Die Verdienstmöglichkeiten variieren sehr stark. In Leipzig beispielsweise können Sie mit einem Stundenlohn von etwa 11,50 € rechnen.

Fazit

 

Es gibt zahllose Möglichkeiten, neben dem Studium Geld zu verdienen. Angebote finden Sie häufig auf Jobportalen im Internet oder über die Schwarzen Bretter der Universität.

 

Dabei ist nicht nur die Höhe des Gehalts ausschlaggebend. Attraktiv wird ein Studentenjob auch durch

  • dem Studium angepasste Arbeitszeiten.
  • interessante Arbeitsinhalte.
  • das Sammeln erster relevanter Erfahrungen.

 

Wichtig ist es, die gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitszeit und Abgaben zu kennen. Damit sich der Job neben dem Studium auch lohnt.