Burn-out-Syndrom: Wie Stress in Alltag und Beruf belasten kann


Immer mehr Berufstätige sind überfordert und gestresst in ihrem Job. Symptome wie geringe Leistungsfähigkeit, fehlende Motivation und Schlafstörungen sind nur ein paar der vielen Anzeichen für Burn-out. Dabei sollten Sie diese Alarmsignale Ihres Körpers nicht ignorieren, sondern sich Hilfe bei einem Arzt oder Therapeuten suchen.

Die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

 

  • Stress durch zu hohe Anforderungen und Leistungsdruck im Job ist ein Auslöser des Burn-out-Syndroms.
  • Chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Stimmung sind typische Symptome für Burn-out.
  • In einer Verhaltenstherapie erlernen Sie Stressbewältigungsmethoden und verbessern so Ihre Leistungsfähigkeit.

 

Was ist Burn-out?

 

Burn-out leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet so viel wie „Ausgebranntsein“. Dabei befinden sich die Betroffenen in einem dauerhaften Zustand völliger Erschöpfung. Dieser entsteht schleichend und äußert sich in mehreren Phasen. Aufgrund von Stress entwickeln Betroffene eine immer größer werdende Frustration. Diese führt auf lange Sicht zu Überforderung und Überlastung. Ab wann eine Situation als belastend wahrgenommen wird, hängt ganz individuell von der Person ab. Daher sind sensible Menschen besonders gefährdet.

 

Zahlen und Fakten rund um das Thema Burn-out

 

Mehr als 80 % aller Deutschen leiden unter Stress. Er gilt als eines der größten Gesundheitsrisiken des 21. Jahrhunderts: Chronischer Stress ist einer der häufigsten Auslöser für die Entstehung von Burn-out. Das belegen auch folgende Daten: Schätzungsweise sind 13 Mio. Berufstätige vom Burn-out-Syndrom betroffen. Die Diagnose bekommen vor allem Beschäftigte zwischen 30 und 59 Jahren. Jeder dritte Arbeitnehmer fühlt sich stark erschöpft oder ausgebrannt. Ein großer Teil aller Beschäftigten erlebt also zumindest Burn-out-ähnliche Phasen.

Insgesamt haben im Jahr 2016 die Fehlzeiten, die aufgrund von psychischen Störungen entstehen, im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Nach Angaben des DAK-Gesundheitsreports 2017 verursachen psychische Belastungen durchschnittlich jedoch 38,1 Krankheitstage. Damit sind sie die zweithäufigste Ursache für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Dabei sind Frauen häufiger krankgeschrieben als Männer. Psychische Erkrankungen können außerdem zu dauerhafter Arbeitsunfähigkeit führen. So waren sie mit 41 % die häufigste Ursache für Frühverrentungen.

 

Ursachen für die Entstehung von Burn-out

 

Die Persönlichkeit spielt eine große Rolle bei der Entstehung des Burn-out-Syndroms. Besonders ehrgeizige und perfektionistische Menschen stellen häufig hohe Anforderungen an sich selbst. Doch diese Ansprüche sind meist nicht realistisch. Dadurch setzen sie sich selbst unter Druck und erreichen schnell den Punkt der Überforderung

Burn-out tritt zudem meist bei Personen auf, die im sozialen Bereich arbeiten. Aufgrund des sogenannten Helfersyndroms geben sie alles, um andere zu unterstützen. Dabei nehmen sie jedoch keine Rücksicht auf sich selbst. Leiden sie zusätzlich an einem schwachen Selbstwertgefühl, ist das Burn-out oft nicht weit.

Zu diesen persönlichen Ursachen kommt meist beruflicher Stress. Unter Druck sollen unerfüllbare Aufgaben erledigt werden. Betroffene haben das Gefühl, nur wenig Kontrolle und Einfluss zu haben. Zudem erhalten sie für ihre Leistungen nur eine geringe oder gar keine Würdigung. Konflikte am Arbeitsplatz belasten zusätzlich. All diese Faktoren führen zu Frustration, Unzufriedenheit und letztendlich zu dem Gefühl, ausgebrannt zu sein.

Burn-out-Symptome

 

Die Symptome des Burn-out-Syndroms äußern sich sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler und sozialer Ebene. So ist ein Symptom die Energielosigkeit. Betroffene fühlen sich schwach und erschöpft. Damit einher geht eine permanente Müdigkeit, die auf Dauer zu Antriebslosigkeit führt. Zudem treten vermehrt Schlafprobleme auf und die Patienten sind schnell gereizt. Bereits kleine Probleme können sie überfordern und geben ihnen das Gefühl zu versagen. So weisen sie sich meist selbst die Schuld zu, wenn etwas schiefläuft. Auch die Konzentration fällt ihnen schwer.

Je weiter sich das Burn-out entwickelt, desto belastender empfinden Betroffene Stresssituationen. Insgesamt lassen ihre Motivation sowie ihre Leistungsfähigkeit immer weiter nach. Ab einem gewissen Punkt ist den Betroffenen alles gleichgültig. So verfallen sie möglicherweise in eine Depression. Typisch für das Burn-out-Syndrom sind zudem Angstgefühle, die sich zu Panikattacken entwickeln können.

Körperlich machen sich die Anzeichen für Burn-out unterschiedlich bemerkbar. So führen Verspannungen beispielsweise zu Schmerzen. Oft ist auch der Magen-Darm-Bereich gereizt. Die Auswirkungen des Stresses schwächen den Körper und führen zu Beschwerden:

 

  • Vermehrt auftretende Infektionskrankheiten
  • Schwindel
  • Erhöhter Blutdruck
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Magenschmerzen
  • Durchfall
  • Tinnitus
  • Hörsturz

Auf sozialer Ebene machen sich die Symptome des Burn-outs besonders durch den Rückzug aus dem sozialen Umfeld bemerkbar. Betroffene vernachlässigen Familie und Freunde und isolieren sich immer mehr. Soziale Kontakte werden als Last empfunden, weshalb sie ihre Zeit meist lieber allein zu Hause verbringen.

Therapie des Burn-out-Syndroms

 

Der Verlauf und die Entwicklung des Burn-out-Syndroms sind bei jedem Menschen individuell. Daher gibt es keine Standardtherapie zur Verbesserung des Zustands. Je nach Ausprägung des Burn-outs sind unterschiedliche Methoden sinnvoll.

In den Anfangsphasen reicht meist schon eine ausgedehnte Erholungskur, um die psychische und körperliche Erschöpfung zu überwinden. Zudem können Sie gegen das Ausgebranntsein mithilfe einiger einfacher Tipps selbst ankämpfen:

 

  • Ernähren Sie sich gesund.
  • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung.
  • Schlafen Sie genug.

 

Dies kann das Wohlbefinden bereits verbessern. Versuchen Sie außerdem, genügend Zeit für Erholungspausen freizumachen. Entspannungsmethoden wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training sorgen für innerliche Entspannung. Dadurch lernen Sie, auch nach einem stressigen Tag einen Ausgleich zu finden.

Befinden Sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium, ist meist eine Psychotherapie zur Burn-out-Behandlung nötig. Diese können Sie entweder ambulant oder in einer Klinik durchführen. Bei einem tiefenpsychologischen Verfahren beschäftigen Sie sich mit den Entstehungsgründen des Burn-outs. Dabei gehen Sie auf die Hintergründe ein und versuchen, diese gemeinsam mit einem Therapeuten zu verarbeiten.

Eine Verhaltenstherapie soll das Selbstbewusstsein der Patienten stärken. Außerdem hilft sie, Ihre Leistungsanforderungen realistischer zu gestalten und somit Ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Auch der Umgang mit Belastungen ist ein wichtiger Bestandteil einer solchen Therapie. Insgesamt verhilft sie den Betroffenen dazu, Stress und Konflikte besser zu bewältigen. Das verringert die Überforderung im täglichen Leben.

Begleitend zu einer Psychotherapie können die behandelnden Ärzte zusätzlich Medikamente verschreiben. Antidepressiva aktivieren das vegetative Nervensystem und hellen die Stimmung auf. Dabei treten jedoch häufig Nebenwirkungen auf. Beispielsweise leiden Patienten unter Übelkeit oder Durchfall. Daher sollten Sie diesen Teil der Behandlung ausführlich mit Ihrem Arzt besprechen.

 

Fazit

 

Dauerhafte Überlastung kann ohne ausreichende Entspannungspausen zur Entstehung des Burn-out-Syndroms führen. Dabei fühlen Sie sich immer energieloser und leiden vermehrt unter Infektionen oder Verspannungen. Jeglicher soziale Kontakt wird zu einer hohen Belastung.

Um diesem Zustand zu entkommen, sollten Sie sich Ihre Probleme eingestehen und Hilfe suchen. In einer Psychotherapie können Sie Ihre Sorgen verarbeiten und den Umgang mit Stress erlernen.