Heim oder daheim: Pflegeformen verstehen

ERGO Direkt Heim oder daheim

Welche Pflegeform ist die richtige?

Es passiert mitunter ganz plötzlich – etwa durch einen Unfall oder einen Schlaganfall: Pflegebedürftigkeit tritt ein, ohne fremde Hilfe geht es nicht mehr. Egal in welchem Alter – für den Betroffenen und seine Angehörigen stellt sich jetzt die Frage, wie die Versorgung am besten sichergestellt werden kann. Pflege in der eigenen Wohnung durch Kinder bzw. andere Angehörige oder durch einen ambulanten Pflegedienst? Betreutes Wohnen oder Heim? Welche Pflegeform ist für wen die richtige?
 

Pflege ERGO Direkt

 
Fakt ist: Ins Pflegeheim will fast niemand. Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben, auch mit Pflegestufe. Für die Betreuung sind unterschiedliche Pflegeformen denkbar. Eine pflegebedürftige Person kann im häuslichen Umfeld durch Angehörige, beispielsweise den Ehepartner oder die Kinder, versorgt werden. Die Pflege zu Hause kann aber auch von einem ambulanten Dienst übernommen werden.

Verschiedene ambulante Arrangements möglich

Im Zusammenhang mit einer eintretenden Pflegebedürftigkeit ist mitunter auch von Pflegearrangements die Rede. Man unterscheidet drei Formen:

  • Das informelle bzw. familiale Pflegearrangement
    Bei diesem Ansatz pflegen ausschließlich Privatpersonen, meist sind das Angehörige.

Info:

Häusliche Pflege durch Angehörige (informell/familial)

Herr M., 78 Jahre, Pflegestufe 1, wird zu Hause durch seine 62-jährige Frau versorgt.

  • Das professionelle Pflegearrangement
    Bei dieser Pflegeform versorgen ausschließlich ausgebildete Pflegekräfte den Pflegebedürftigen, beispielsweise ein Pflegedienst.

Info:

Häusliche Pflege ausschließlich durch Pflegedienst (professionell)

Herr, K. 76 Jahre, Pflegestufe 1, lebt alleine. Sein Sohn kann ihn nur gelegentlich an den Wochenenden besuchen. Daher wird der alte Herr ausschließlich durch einen Pflegedienst versorgt.

  • Das kooperative Pflegearrangement
    Hier greifen beide Formen ineinander. Angehörige und Pflegekräfte arbeiten Hand in Hand.

Info:

Häusliche Pflege durch Angehörige und Pflegedienst (kooperativ)

Frau B., 81 Jahre, Pflegestufe 2, wird tagsüber durch ambulante Pflegekräfte betreut. Ab 16 Uhr übernimmt die im Haus lebende Tochter ihre Pflege.

   

Video: Interview Pflegekraft


Wann kommt eine Tagespflege infrage?

Die Tagespflege ist für Menschen geeignet, die noch gut allein zurechtkommen, jedoch zeitweise Unterstützung benötigen. Diese teilstationäre Pflegeform kann auch dann in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege zu Hause nicht ausreichend sichergestellt werden kann, weil beispielsweise die Angehörigen berufstätig sind. Bei der Tagespflege wird der Pflegebedürftige tagsüber in einem Heim oder einer anderen Institution betreut. Individuelle Pflegemaßnahmen gehören ebenso dazu wie die Teilnahme an Tagesaktivitäten oder Freizeitangeboten.

Das betreute Wohnen ermöglicht Pflegebedürftigen ein weitgehend selbstständiges Leben in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Appartement. Die Wohnungen befinden sich in der Regel in einem größeren Komplex, in dem Menschen in ähnlicher Lage leben. Oft gibt es Gemeinschaftsräume, die von allen Bewohnern gleichermaßen genutzt werden können. Der Vorteil: Bei Bedarf können Serviceleistungen in Anspruch genommen werden. Schreitet die Pflegebedürftigkeit voran, stehen Pflegeleistungen und eine hauswirtschaftliche Hilfe zur Verfügung.

Wenn ambulante Pflege nicht mehr ausreicht

Im Verlauf einer Erkrankung kann es Situationen geben, in denen ein Umzug in eine stationäre Einrichtung unvermeidbar ist. Der Pflegebedürftige benötigt nun eine dauerhafte Versorgung. Die Entscheidung für ein bestimmtes Heim ist nicht einfach. Der Betroffene sollte sie – wenn möglich – zusammen mit seinen Angehörigen oder auch mit dem Hausarzt treffen.

Probewohnen und Beratungsgespräche mit einer Hausführung sind zwei Möglichkeiten, um eine Einrichtung besser kennenzulernen. Es ist jedoch ratsam, sich frühzeitig mit einer adäquaten Wohn- und Pflegeform im Alter zu beschäftigen. Im akuten Fall ist es oft schwierig, zeitnah eine geeignete Lösung zu finden. Wer eine private Pflegeversicherung hat, braucht sich zumindest um die Finanzierung keine Gedanken zu machen.

Was bedeutet Kurzzeit- und Verhinderungspflege?

Viele Pflegeheime bieten auch die Kurzzeitpflege an. Dabei wird der Betroffene vorübergehend – in der Regel bis zu vier Wochen – in eine stationäre Einrichtung aufgenommen. Eine solche Kurzzeitpflege kann notwendig sein, wenn im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt die Wartezeit bis zur Organisation der häuslichen Pflege oder auf einen Heimplatz überbrückt werden muss.

Die sogenannte Verhinderungspflege kann sowohl im häuslichen Umfeld als auch in einem Pflegeheim erfolgen. Der Pflegebedürftige kann diese in Anspruch nehmen, wenn beispielsweise der sonst pflegende Angehörige verreisen möchte, also „verhindert“ ist.

Übrigens: Was ambulante bzw. stationäre Pflege kostet, ermitteln Sie ganz einfach mit dem Pflegekostenrechner.

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