Pflegeformen und Pflegearten

Pflegebedürftigkeit: Formen der Pflege in Deutschland

Hierzulande leben derzeit über 2,1 Millionen Pflegebedürftige, von denen knapp ein Drittel im Pflegeheim betreut wird. Die notwendige Pflege erfolgt bei immer noch fast 50 % der Betroffenen durch Familienangehörige, während etwas mehr als 20 % die Hilfe ambulanter Pflegedienste in Anspruch nehmen. Dabei wurde diese Form der Pflege bereits bei Einrichtung der gesetzlichen Pflegeversicherung besonders gefördert und wird von verschiedensten Seiten als angenehmere Alternative zur stationären Pflege gelobt. Immerhin will sich nach wie vor kaum jemand mit dem Gedanken abfinden, sich später einmal in einem Pflegeheim betreuen zu lassen.

Ambulante Pflege – auch eine Kostenfrage

Ob eine ambulante Pflege möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei intensivem Pflegebedarf sind auch die fälligen Kosten entsprechend hoch. Zwar werden pflegerische Leistungen durch die Leistungen der Pflegekassen gedeckt – allerdings nur für die akut nötigen Verrichtungen. So wird beispielsweise die Nahrungsdarreichung bezahlt. Wer jedoch Nahrung nicht selbst zu sich nehmen kann, ist meist auch nicht in der Lage, sie selbst zuzubereiten. Diese Leistung ist jedoch in der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht vorgesehen. Wer also vor der Entscheidung steht, die Art der benötigten Pflege zu wählen, sollte genau die benötigten Leistungen definieren und sich bei mehreren Anbietern für ambulante Pflege informieren. So kann man am besten entscheiden, welche Form der Pflege für ihn sowohl denkbar angenehm als auch bezahlbar ist.

Es gibt zahlreiche häusliche Pflegedienste bzw. mobile Pflegedienste: In Deutschland sind etwa 11.000 ambulante Pflegedienste zugelassen. 58 % davon sind privatrechtlich organisiert, 41 % werden von gemeinnützigen Organisationen betrieben. Für den Betrieb eines Pflegedienstes ist in Deutschland eine Zulassung nötig, die nur nach strengen Richtlinien erteilt wird. Auch nach erteilter Zulassung wird ein ambulanter Pflegedienst laufend kontrolliert, um den pflegebedürftigen Personen hierzulande einen stabilen pflegerischen Qualitätsstandard bieten zu können.

Dieser Standard kostet: Für die Dienste eines deutschen Pflegedienstes entstehen monatliche Kosten zwischen 4.500 und 10.000 €. Dafür ist man allerdings sicher, von examiniertem Personal gepflegt zu werden, das im Bedarfsfall auch eine 24-Stunden-Pflege gewährleistet.

Pflege in der Familie – schwere Arbeit mit Vergünstigungen

Neben Leistungen aus der Pflegekasse versucht der Gesetzgeber auch auf andere Weise, pflegende Angehörige bei ihrer schweren Aufgabe zu unterstützen. Wenn beispielsweise innerhalb des ersten Monats der Pflegetätigkeit die Weiterversicherung bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt wird, kann sich die pflegende Person weiterhin freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern – wenn sie in den 24 Monaten vor Aufnahme der Pflegetätigkeit bereits 12 Monate lang arbeitslosenversichert war oder Arbeitslosengeld bezogen hat.

Das Pflegeheim – besser als sein Ruf

Die Pflege in einem Pflegeheim erscheint auf den ersten Blick als die unattraktivste Lösung. Tatsächlich bieten Pflegeheime jedoch Leistungen, die bei häuslicher Pflege sehr teuer oder sehr schwierig zu erbringen wären – beispielsweise die Zubereitung mehrerer Mahlzeiten täglich. Außerdem ist hier der Kontakt zu anderen Menschen deutlich einfacher als in der eigenen Wohnung, die man unter Umständen nicht mehr oder nur mit Hilfe verlassen kann.

Eine selten genutzte aber interessante Alternative ist die teilstationäre Pflege. Die pflegebedürftige Person wird hierbei zur Pflege tagsüber in eine entsprechende Einrichtung gebracht und verbringt Abende und Nächte zuhause. Die Pflegeleistungen in der stationären Einrichtung werden bei entsprechender Einstufung von der Pflegeversicherung übernommen – in den meisten Fällen auch die Kosten für Fahrten zur Tagespflege und zurück.

Das leidige Thema – die Kosten

Für die Kosten von pflegerischen Maßnahmen kommt die gesetzliche Pflegeversicherung auf. Was darüber hinaus geht, wie zum Beispiel die immensen Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim, müssen Betroffene selbst bezahlen. Nötigenfalls können hier sogar die Angehörigen in die Pflicht genommen werden. Um einer solchen Situation schon vorab entgegenzuwirken, bieten ERGO Direkt Versicherungen private Pflegezusatzversicherungen schon ab Pflegestufe 1.

 

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