Ernährung

Gesunde Ernährung für gesunde Zähne

Der Zusammenhang zwischen Ernährungsweise (gesunder Ernährung) und Zahngesundheit wird heute nicht mehr bestritten. Eine besonders ausgewogene Ernährung mit frischen Lebensmitteln ist daher besonders empfehlenswert. Hier erfahren Sie, welche Ernährungsweise in welchem Alter und in welchen Lebensphasen sinnvoll und geeignet ist.

Zahngesunde Ernährung für Babys und Kleinkinder

 

Die richtige Ernährung von Babys und Kleinkindern spielt eine zentrale Rolle bei ihrer Zahnentwicklung. Die optimale Babynahrung zum Einstieg ist die Muttermilch, denn sie enthält die perfekte Mischung aller Nährstoffe, die Ihr Kind braucht. Was Sie Ihrem Kind nach einiger Zeit zusätzlich zum Trinken geben, kann allerdings ausschlaggebend für die spätere Zahngesundheit sein.

Oft bekommen Kinder zuckerhaltige Getränke wie gesüßte Tees oder Fruchtsäfte in der Schnullerflasche. Dabei wird der Genuss dieser Getränke meist nicht kontrolliert und findet über den Tag verteilt immer wieder statt. Oft stehen die Fläschchen nachts sogar neben dem Kinderbettchen. Durch die ständige Umspülung der Zähne mit derartigen Getränken kann schnell Milchkaries – auch „Nursing-Bottle-Syndrome" (NBS) genannt – entstehen. Als Durstlöscher sind daher eher ungesüßte Tees, stilles Wasser oder Milch geeignet. Am besten geben Sie Ihren Kindern im ersten Lebensjahr gar keinen Zucker zum Essen oder Trinken. Je später Ihr Kind mit Zucker in Berührung kommt, umso besser. Und da es Zucker noch nicht kennt, vermisst es ihn auch nicht.

Für die Ausbildung der Zähne ist es zudem sinnvoll, Kleinkinder ab dem ersten Jahr aus Tassen trinken zu lassen. Fläschchen dienen beim Trinken viel weniger der Unterstützung als der Beruhigung oder der ständigen Verfügbarkeit.

Bereits zwischen dem fünften und siebten Monat sollte die Milchnahrung schrittweise durch Breinahrung ergänzt und schließlich dadurch abgelöst werden. Spätestens mit Abschluss des ersten Lebensjahres kann das Kind an den Familienessen teilnehmen und festere Nahrung zu sich nehmen. Denn zu viel breiige Kost kann eine altersgemäße Entwicklung des Kauapparates verzögern.

 

Zahngesunde Ernährung für Kinder

Kinder lieben Süßes. An dem riesigen Angebot von Süßigkeiten und Limonaden kommt man mit Kindern schwerlich vorbei. Doch gerade die noch weichen Milchzähne sind besonders gefährdet durch Säuren und so kann es zu schmerzhaften Erosionen, gelben Verfärbungen und Karies kommen, die sich dann auch auf das spätere, bleibende Gebiss auswirken. So sollten Limonaden oder Fruchtsäfte nicht jeden Tag getrunken und zahnschädigende Süßigkeiten wie Fruchtgummis, Lutscher usw. möglichst selten genascht werden.

Als Eltern haben Sie großen Einfluss auf die gesunde Ernährung Ihrer Kinder – so können Sie ihnen beispielsweise abwechslungsreiche Varianten zu üblichen Süßigkeiten bieten, wie etwa einen Obstsalat oder einen Rohkostteller mit Karotten und Cherrytomaten oder andere zahngesunde Lebensmittel. Natürlich können zuckerhaltige Nahrungsmittel nicht ganz vermieden werden. Doch achten Sie darauf, dass nicht zu oft zwischendurch genascht wird, sondern möglichst nur nach den Hauptmahlzeiten mit anschließendem Zähneputzen.

Eine optimale Versorgung der Kinderzähne mit Nährstoffen wie Kalzium, Vitamin D und Phosphor ist besonders wichtig, denn diese sind ausschlaggebend für die optimale Entwicklung des Zahnschmelzes, die von der Geburt bis zum 12. Lebensjahr stattfindet.

Süß-saure Produkte, wie etwa Lutscher, Eistee, Drops, Marmelade oder Fruchtgummis enthalten oft Zitronensäure. Diese greift die Zähne direkt nach dem Verzehr an, verstärkt zusätzlich durch den in den Produkten enthaltenen Zucker. Dabei sinkt der ph-Wert des Speichels extrem ab und Mineralstoffe werden aus dem Zahnschmelz gelöst.

Zahngesunde Ernährung für Jugendliche

Bei Jugendlichen zwischen 13 bis 18 Jahren ist das vollständige, bleibende Gebiss bereits vorhanden. Allerdings sind die zweiten Mahlzähne meist erst durchgebrochen und die Schmelzreifung ist noch nicht abgeschlossen. Diese neuen Zähne benötigen eine optimale Versorgung mit Nährstoffen, wie Kalzium und Fluoride, und sollten sehr gründlich geputzt werden.

Doch gerade bei Jugendlichen sind oft schädliche Nahrungsmittel, wie Limonade, Cola oder Fast Food, beliebt. In diesen sind Säuren und jede Menge Zucker enthalten, die die Zähne angreifen und das Kariesrisiko steigen lassen. Weiterhin löst der dauerhafte Konsum von säurehaltigen Nahrungsmitteln die Zahnsubstanz auf. Es kann zu schmerzhaften Erosionen, Verfärbungen und schließlich Karies kommen.

Somit sollten gerade Jugendliche auf eine gesunde, ausgewogene und auch zuckerarme Ernährung durch zahngesunde Lebensmittel achten. Dies ist nicht nur für die Zähne gut, sondern für den ganzen Körper. Gerade die kleinen Snacks zwischendurch sollten vermieden werden – als Nachtisch sind zuckerfreie Zahnpflegekaugummis empfehlenswert, denn sie neutralisieren einen Teil der zahnschädigenden Säuren.

Süße Getränke wie Cola, Tee mit Zucker oder Limonade enthalten etwa 20 Gramm Zucker pro Glas! Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte das Glas am besten auf einmal trinken und nicht über den Tag verteilt, denn sonst kommt es jedes Mal zu einer erneuten Säureattacke auf die Zähne.

Zahngesunde Ernährung für Erwachsene

Im Erwachsenenalter liegen meist schon Zahnprobleme vor. Denn je älter man wird, umso häufiger kommt es durch Abnutzungen zum Verlust der Zahnhartsubstanz. Dadurch können Zähne temperatur- und schmerzempfindlicher werden. Außerdem kann Karies durch den Verlust der harten Schutzschicht schneller und einfacher zu den weicheren, anfälligeren Gebieten vordringen. Dieser Verlust entsteht durch zwei verschiedene Vorgänge – einmal durch die Abrasion, die durch Fremdkörperabrieb die Zahnsubstanz abschleift. Sie tritt oft durch falsche Mundpflege, schlechte Nahrungsmittel oder etwa berufsbedingten Umgang mit Steinstaub auf. Die Erosion hingegen ist ein langsam fortschreitender und flächiger Verlust der Zahnsubstanz. Hier wirken Säuren auf die Zähne, die durch säurehaltige Lebensmittel, Medikamente oder Magensäure aufgenommen werden und so die Zahnsubstanz angreifen.

Auch Alkohol, Rauchen und eine falsche Ernährungsweise schaden den Zähnen. So können hier beispielsweise Läsionen entstehen, die zur Veränderung der Mundschleimhaut und des Zahnfleischrands führen können.

Wenn Sie zu Erosionen neigen oder schon angegriffenen Zahnschmelz haben, sollten Sie möglichst säurehaltige Nahrungsmittel mit kalziumhaltigen kombinieren, um so die Säure zu neutralisieren. Trinken Sie also lieber Orangensaft mit Kalzium oder essen Ihr Obst mit Joghurt.

Zahngesunde Ernährung für Menschen über 50

Bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte lässt die Produktion von Speichel langsam nach. Dies kann als Begleiterscheinung bei bestimmten Krankheiten, durch die Einnahme von Medikamenten oder durch unzureichende Flüssigkeitsaufnahme geschehen. Wichtig ist in jedem Fall, mit dem behandelnden Arzt über mögliche Auswirkungen von Krankheiten und Nebenwirkungen von Medikamenten zu sprechen.

Da sich im Alter das Durstgefühl verringert, wird oft vergessen, genügend Flüssigkeit aufzunehmen. Mindestens zwei Liter sollten aber dennoch täglich getrunken werden. Suppen und Obst ergänzen den Flüssigkeitshaushalt. Auch durch das Kauen zuckerfreier Kaugummis oder das Lutschen von Zahnpflegebonbons wird der Speichelfluss angeregt. Fließt der Speichel nicht in ausreichender Menge, kann es leicht zu Karies kommen.

In diesem Lebensabschnitt leiden die Menschen oft an verschiedenen Problemen durch vorangegangene Behandlungen (Zahnverluste, Zahnersatz) oder aktuelle Beschwerden, wie Mundtrockenheit oder Druckstellen im Mundbereich. Oft bevorzugen sie deshalb weiche Nahrungsmittel, wie etwa Brei, Suppen, Püree, Weißbrot oder gekochtes Gemüse. Allerdings enthalten diese Nahrungsmittel nicht nur weniger Vitamine – sie können auch leichter zu Zahnbelag, Zahnfleischentzündungen und Zahnstein führen. Deshalb ist es gerade für Ältere empfehlenswert, sich überwiegend von härteren Speisen zu ernähren – sie lösen Speisereste eher aus den Zähnen und massieren dabei das Zahnfleisch. Durch das Kauen bleibt auch der Zahnhalteapparat in Bewegung und eine Degeneration – die Rückbildung von Kieferknochen und Kiefermuskulatur – wird so verhindert.

Für über 50-Jährige ist es besonders wichtig, zweimal jährlich einen Kontrollbesuch beim Zahnarzt einzuhalten, um die altersspezifischen Risikofaktoren für Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Zahngesunde Ernährung für Schwangere

Im Volksmund heißt es auch heute noch, dass jedes Kind einen Zahn kostet. Doch zum Glück trifft dies heute nicht mehr zwangsläufig zu. Allerdings ist es tatsächlich so, dass Schwangere häufig über begleitende Zahnprobleme klagen.

Auswirkungen der Hormonumstellung

Schuld daran ist die Umstellung des Hormonhaushalts. Durch diese kommt es zu einer erhöhten Konzentration des Hormons Progesteron, das zu einer Auflockerung des Bindegewebes und zu einer Erweiterung der Blutgefäße führt. Durch diese Auflockerung des Bindegewebes kann auch das Zahnfleisch anschwellen und ist somit durchlässiger für Plaque. So entstehen häufig Entzündungen des Zahnfleischs mit anschließendem Zahnfleischbluten. Eine bereits vor der Schwangerschaft vorliegende Zahnfleischentzündung würde sich im Laufe der Zeit weiter intensivieren. Diese Zahnfleischentzündungen der Schwangeren sind unter der so genannten Schwangerschaftsgingivitis bekannt. Als Folge droht letztendlich der Zahnverlust.

Zu Beginn der Schwangerschaft leiden viele Frauen auch unter Übelkeit. Durch das häufige Erbrechen ändert sich der ph-Wert des Speichels und greift durch seine Säure den Zahnschmelz an. Kommt Magensäure direkt mit ihm in Berührung, kann es zum Teil zur Auflösung des Zahnschmelzes kommen. Putzen Sie deshalb nicht direkt danach Ihre Zähne, denn sonst wird der bereits angegriffene Zahnschmelz noch weiter geschädigt. Spülen Sie stattdessen Ihren Mund mit warmen Wasser oder Milch aus und putzen erst nach ca. einer halben Stunde Ihre Zähne.

Ein weiterer Klassiker in der Schwangerschaft ist der erhöhte Appetit auf Süßes. Viele Schwangere verspeisen häufig im Laufe des Tages mehrere zuckerhaltige Snacks. Dadurch bilden sich oft Zahnbeläge, die wiederum den Zahnschmelz angreifen oder zu Zahnfleischentzündungen führen können.

Auswirkungen von Zahnerkrankungen in der Schwangerschaft

Durch die medizinische Forschung hat sich erwiesen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Zahnschäden und gesundheitlichen Problemen innerer Organe besteht. Zahnerkrankungen der Mutter können sich über die Bakterien auch auf das Kind übertragen und damit Auswirkungen auf das spätere Gebiss des Kindes und dessen Kariesanfälligkeit haben. Sollten Sie trotz aller Mundpflegemaßnahmen während der Schwangerschaft Parodontitis bekommen, ist dies für Sie persönlich vielleicht nicht so dramatisch – kann allerdings extreme Auswirkungen auf Ihr Kind haben. So führt Parodontitis sehr häufig zu mindergewichtigen Säuglingen oder gar zu einer Frühgeburt. Es ist deshalb unabdingbar, sich in der Schwangerschaft sofort behandeln zu lassen, sollte eine Parodontitis festgestellt werden!

Besondere Zahnpflege während der Schwangerschaft

Da die Zähne der werdenden Mutter besonderen Risiken ausgesetzt sind, empfiehlt sich für Schwangere eine besonders gründliche Zahnpflege. Ein Zahnarztbesuch gleich zu Beginn der Schwangerschaft ist dabei sehr ratsam. Der Zahnarzt kann dann eine Einschätzung über den Zustand des Zahnfleisches vornehmen, eventuelle Schwachstellen behandeln, die Zähne professionell reinigen und möglichen Zahnstein entfernen, sodass zu Beginn der Schwangerschaft alles in bester Ordnung ist.

Neben den weiteren Besuchen beim Zahnarzt während der Schwangerschaft sollten werdende Mütter daheim ein ausgiebiges und gründliches Zahnpflegeritual einführen. Eine weiche Zahnbürste ist für die Pflege optimal, da sie das schon empfindliche Zahnfleisch nicht noch zusätzlich reizt. Die Bürste kann ruhig öfter gewechselt werden, denn je länger sie benutzt wird, umso mehr Bakterien bilden sich. Empfehlenswert ist die Zahnreinigung nach jeder Mahlzeit. Zusätzlich sollten die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gründlich gereinigt werden. Um die Zähne vor den Säureangriffen zu schützen, kann einmal wöchentlich zusätzlich ein Fluoridgel aufgetragen und eine aminfluorid- oder zinnfluoridhaltige Mundspülung verwendet werden. Achten Sie allerdings darauf, dass die Mundspülung alkoholfrei ist.

Gesunde Ernährung gerade in der Schwangerschaft

Zusätzlich sollte eine besonders gesunde und ballaststoffreiche Ernährung die Schwangerschaft begleiten. Neben Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sollten vor allem auch Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen, die den erhöhten Bedarf an Kalzium decken. Dieser Wirkstoff ist enorm wichtig für den Knochenaufbau und die Zähne – dies ist nicht nur für die Mutter wichtig, sondern auch für das Baby. Es bezieht seinen Bedarf an Kalzium ausschließlich über die Mutter. Die Nahrungsmittel sollten durch ihre harten Bestandteile für eine ausgiebige Kautätigkeit sorgen und so reichlichen Speichelfluss liefern, der die Selbstreinigung der Zähne unterstützt.

Regelmäßige Besuche beim Zahnarzt, eine ausgiebige Zahnpflege daheim und eine gesunde Ernährung tragen somit nicht nur zur eigenen Zahngesundheit bei, sondern legen den Grundstein für die gesunden Zähne des Kindes. Es ist ratsam, im siebten oder achten Monat der Schwangerschaft noch einmal einen Zahnarzttermin einzuplanen, damit im letzten Monat der Schwangerschaft möglichst keine Probleme mehr auftauchen.

Wenn es doch einmal nicht anders geht

Zahngesunde Ernährung schränkt viele Risiken ein. Wenn dennoch eine Zahnbehandlung notwendig wird, ist es wichtig, dass Sie vor den Kosten geschützt sind. Hier können Sie sich günstig und nach Ihren persönlichen Bedürfnissen gegen hohe Eigenleistungen beim Zahnarztbesuch absichern.

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