Kontakt

Auto



DIE SCHÖNSTEN TRAUMAUTOS AUS ALLEN JAHRZEHNTEN


Die Zeiten, an denen sich Kinder und Erwachsene an einem Traumauto die Nase an den Scheiben plattgedrückt haben, sind zwar nicht vorbei, aber die Momente sind seltener geworden. Was gab es nicht für wunderschöne und exotische Fahrzeuge, die einem beim Vorbeifahren den Atem haben stocken lassen.

 

DIE 50ER JAHRE
 

Als die Autoindustrie in den 1950er Jahren langsam wieder Fahrt aufnahm, konnte man sich in Europa vielleicht gerade einen VW Käfer oder einen anderen vergleichbaren Kleinwagen erlauben. Das hinderte die Ingenieure aber schon damals nicht daran Sportwagen zu bauen, die die Grenzen der Technik ausloteten. Der Mercedes 300 SL mit seinen futuristischen Flügeltüren war eines dieser Fahrzeuge. 215 PS leistete der Motor, das reichte für die damals unfassbare Spitzengeschwindigkeit von 220 km/h. Spitzenmäßig war natürlich auch der Preis: 29.000 DM kostete das Fahrzeug. Zum Vergleich: Ein VW Käfer kostete 3.700 DM, der Bruttoverdienst lag im Durchschnitt bei knapp 600 DM monatlich.

 

Die 60er Jahre


Die 60er Jahre waren ein Jahrzehnt des ungebremsten Wachstums. Die Autos wurden größer und schneller, die Heckflossen der Autos aus den USA immer länger und höher. Amerikanische Autos waren selten in Europa zu sehen und wenn ein US-Soldat sein Auto mit nach Deutschland brachte, dann konnte er sich großer Aufmerksamkeit sicher sein. Der Cadillac Eldorado hatte zu Beginn der 60er Jahre die größten jemals verbauten Heckflossen in der Automobilgeschichte und war mit 5,70 Meter Länge auch eines der größten Autos, die man kaufen konnte. Wer mit wummerndem V8-Motor vor den ersten Eiscafés parkte, verursachte einen kleinen Menschenauflauf.

Als Ikone der 60er Jahre gilt aber ein anderes Fahrzeug: der Jaguar E-Type. Der 1961 auf dem Markt erschienene Sportwagen trumpfte in dieser Zeit mit satten 269 PS auf, die das Fahrzeug auf 241 km/h beschleunigten. Und zu allem Überfluss war der E-Type auch noch günstig: Gerade mal 25.000 DM kostete das Auto damals. Das war weniger als ein Ferrari, der im Vergleich auch noch langsamer war.

Die 70er Jahre

 

1973 drängelten sich Menschenmassen um den Stand von Lamborghini auf dem Autosalon in Genf. Was es dort zu sehen gab, war ungeheuerlich, nie da gewesen und verschlug selbst altgedienten Journalisten die Sprache. Der Lamborghini Countach schien aus einer fernen Zukunft zu kommen. Gerade, scharfe Linienführung, flach wie ein Pfannkuchen, dazu Klappscheinwerfer. Hinten im Heck lauerte ein 4 Liter V12-Motor mit 375 PS, der den nur 1065 kg schweren Countach auf knapp über 300 km/h beschleunigte. Bis heute gilt der von Bertone gezeichnete Wagen als eines der schönsten und zeitlosesten Fahrzeuge aller Zeiten.

 

 

DIE 80ER JAHRE

 

Ferrari hatte seit den Erfolgen im Motorsport in den 60er Jahren einen ungeahnten Aufschwung erlebt. Mit dem Ferrari 365 GTB/4 „Daytona“ hatte man eine Ikone geschaffen, weitere sollten im Laufe der Jahre folgen. Doch es gab eine TV-Serie aus den USA, die vor allem ein Ferrari Mittelklasse-Modell zum Traumwagen für Millionen Deutsche werden ließ. „Magnum“ hieß die Serie, und wenn Hauptdarsteller Tom Selleck dem Ferrari 308 die Sporen gab, seufzte die halbe Republik. Dabei hatte der 308 GTS gerade mal 227 PS, was schon damals als eher wenig galt. Immerhin hatte das schnellste deutsche Auto, der Porsche 911 Turbo, schon 300 PS unter dem Heckflügel. Dennoch, es war ein Ferrari und schon damals konnte man sehen, was gutes Produkt Placement alles ausmachen kann. Aber bei einem Preis von knapp 85.000 DM blieb der Wagen für die meisten nur ein Traum.

BMW brachte gegen Ende der 80er Jahre ebenfalls einen Mittelklasse-Sportwagen auf den Markt. Auf Basis der erfolgreichen BMW 3er Reihe entstand der BMW M3. Breite Kotflügel, ein Heckspoiler und natürlich ein tiefergelegtes Fahrwerk sorgten für den passenden Auftritt. Untermauert wurde der sportliche Anspruch durch einen 2,5 Liter Sechszylinder-Motor, der im ersten Modell des M3 rund 220 PS leistete. Damit konnte man knapp 240 km/h auf der Autobahn erreichen und es gab damals wenig Konkurrenz in diesem Geschwindigkeitsbereich. Mit einem Preis von 58.000 DM war der M3 zwar kein Schnäppchen, aber immer noch deutlich günstiger als die Konkurrenz.

DIE 90ER JAHRE

 

Anfang der 90er Jahre beschloss eine Firma namens McLaren den ultimativen Sportwagen zu bauen. Das Unternehmen war seit Ende der 60er Jahre in der Formel 1 unterwegs und hatte dort einige Weltmeisterschaften errungen. Der 1993 vorgestellte McLaren F1 sollte alles in den Schatten stellen, was es bis zu diesem Tag an Sportwagen gab. Ein Formel-1-Konstrukteur entwickelte den Wagen, bei dem das Lenkrad in der Mitte angebracht war. Die Passagiere nahmen rechts und links daneben Platz. BMW lieferte einen V12-Motor, der bis zu 680 PS leistete. Die 100 km/h erreichte das Auto nach 3,4 Sekunden, die 200 km/h nach 9,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei atemberaubenden 362 km/h. Werte, die bis heute von vielen Supersportwagen nicht übertroffen werden können. Das gilt allerdings auch für den Preis. Zum Verkaufsstart musste man 1,5 Millionen DM berappen. Einzelne Modelle werden heute, wenn sie denn auf den Markt kommen, für knapp 8 Millionen Euro versteigert.

DIE 2000ER JAHRE

 

Die seit den 70ern eher unauffällige britische Nobelmarke Aston Martin erlebte Mitte der 2000er Jahre plötzlich einen Aufschwung. Gründe dafür waren zum einen der atemberaubend schöne Aston Martin DB9 und James Bond, der 2006 in dem Film „Casino Royal“ mal wieder in einen Aston Martin einstieg. Der DB9 ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht immer die Fahrleistung allein ist, die einen Wagen zu einem Traumwagen macht. Zwar war er mit seinem V12-Motor, der 456 PS leistete, nicht gerade untermotorisiert, aber es gab durchaus schnellere Fahrzeuge. Der Reiz des Aston Martins lag vielmehr im einzigartigen und gleichzeitig klassischen Design. Es war so gut, dass es bei allen Nachfolgemodellen von 2004 bis heute kaum geändert wurde.

 

 

 

ÜBER DON DAHLMANN

 

Don Dahlmann ist ein erfolgreicher Journalist und Consultant, der seit Jahren die Bereiche Automobil, Technologie, IT, Lifestyle und Reise begleitet.

 

Als Autor ist er für Tageszeitungen, Magazine und TV-Sender aktiv.


Das könnte sie auch interessieren