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QUO VADIS AUTOS ODER DIE MOBILITÄT DER ZUKUNFT


Wie werden Sie sich eigentlich in, sagen wir mal, 10 oder gar 20 Jahren von A nach B bewegen? Haben Sie sich generell mal Gedanken darüber gemacht? Also, ich spreche jetzt nicht von diesen Fantasien der 70er Jahre, als uns irgendwelche Zukunftsforscher erzählen wollten, dass wir im Jahr 2000 in fliegenden Autos durch die neuen Megametropolen schießen.


Nein, ich möchte, dass wir unsere Zeitreise noch ein paar Jahrzehnte früher beginnen und einmal auf die New Yorker Weltausstellung 1939 schauen. Im Rahmen der Futurama Ausstellung präsentierte der US-Industrie-Designer Norman Geddes seine Vision einer Mobilität der Zukunft. Im General Motors Pavillon konnte die sogenannte “Metropolis City of 1960” bestaunt werden. Auch heute noch ein absoluter Meilenstein für die gesamte Branche. “A free-flowing movement of people and goods across our nation is a requirement of modern living and prosperity” – dieses Statement von Geddes hat auch heute, fast 80 Jahre später, noch Bestand. Aber nicht nur das, denn wir stehen nun an der Schwelle zu den technologischen Entwicklungen, die diese Futurama-Vision Wirklichkeit werden lassen.

Die Geschichte des selbstfahrenden Autos


Haben Sie in Ihrem Wagen einen Tempomaten? Wissen Sie eigentlich, wann die erste sogenannte “Cruise Control” entwickelt wurde? Ralph Teetor gelang dies im Jahre 1945 und es dauerte weitere 13 Jahre, bis seine Erfindung in Serie ging.

 

1977 entwickelte dann Tsukuba Mechanical aus Japan das erste selbstfahrende Auto. Zumindest das, was man damals dafür hielt. Immerhin konnte der PKW dank zweier Kameras bereits Fahrbahnmarkierungen erkennen und dies sogar bei einer Geschwindigkeit von gut 35 km/h. Sie werden lachen, aber angesichts der Geschwindigkeit der damaligen Computer war dies bereits ein Meilenstein.

 

Der Durchbruch gelang aber schließlich im Jahre 1987. Sie lesen richtig, bereits vor 30 Jahren wurden fundamentale Prinzipien festgelegt, die jetzt und auch in vielen Jahren noch gelten werden. Der geniale Ernst Dickmann entwickelte das “Versuchsfahrzeug für autonome Mobilität und Rechnersehen”. Und da Dickmann auch Professor an der Bundeswehr Universität zu München war, gibt es für diesen Zungenbrecher auch eine Abkürzung: VaMoRs.

 

Dickmann war der erste, der sich mit der dynamischen Verarbeitung von Bilddaten auseinandersetzte und nicht auf statische und nicht mehr veränderbare Objekte allein setzte. Was ich damit sagen möchte: Selbst, wenn Sie jeden Tag denselben Weg zur Arbeit fahren und ja, auch die Ampeln immer an der gleichen Stelle stehen, um Sie herum befinden sich weitere Verkehrsteilnehmer. Wir reden hier über Einflüsse durch Wetter, Tageszeit, dazu die Lichtverhältnisse und, wo es erlaubt ist, unterschiedliche Geschwindigkeiten. Wenn Sie sich das mal ganz in Ruhe vor Augen führen, dann merken Sie, wie hochkomplex Ihre Umwelt für ein selbstfahrendes Auto ist. Dickmanns Bilderkennungssystem und dessen Software schaffte es bereits Ende der 80er, sich auf die relevanten Objekte zu konzentrieren. Methoden, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben.

Die Zukunft beginnt jetzt

 

Überspringen wir einfach mal die nächsten Jahre und schauen wir uns die aktuellen Technologien an. Vor ziemlich auf den Tag genau 3 Jahren gelang es Mercedes, die berühmte “Bertha Benz Fahrt” zwischen Pforzheim und Mannheim zu reproduzieren. Wohlgemerkt autonom und dies 125 Jahre, nachdem die gute Bertha die erste Langstreckenfahrt der Welt unternahm.

 

Wir reden hier nicht mehr über Zukunftsvisionen irgendwelcher Freigeister, die sich dann letztendlich doch noch einmal um ein paar Jahrzehnte geirrt haben. Diese Technologien sind inzwischen verfügbar und beruhen auf den Erfindungen und dem Fortschritt der letzten Jahrzehnte.

 

Sie können bereits heute einen Mittelklassewagen kaufen, der ihnen verschiedenste Assistenzsysteme wie Spurhalte-, Abstands-, und Geschwindigkeitsassistenten bietet. Dazu überwachen Kameras während der gesamten Fahrt Ihre Umgebung, der Wagen parkt automatisch ein oder kann bereits selbstständig aus Ihrer Garage fahren.

 

Vertrauen Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass die nächsten 5 Jahre revolutionärer sein werden, als die letzten 50. Im nächsten Jahrzehnt werden wir uns autonom über die Autobahnen und Landstraßen bewegen. Unsere Fahrzeuge werden nicht nur untereinander kommunizieren, sondern auch mit Ampeln, Radfahrern und ja, sogar Gebäuden!

 

Der PKW der Zukunft wird, neben unserer Wohnung/dem Haus und der Arbeitsstätte, zum dritten Lebensraum, in dem wir recht viel Zeit verbringen werden. Sie können sich sicher sein, dass sich die Ihnen bekannten Hersteller bereits sehr umfassende Gedanken darüber machen, wie wir dann diese neu gewonnene Zeit sinnvoll nutzen können.

 

Freuen Sie sich darauf, denn letztendlich bedeutet dies auch, dass wir alle ein wenig mehr Zeit geschenkt bekommen.

ÜBER SASCHA PALLENBERG

 

Sascha Pallenberg lebt und arbeitet als Techblogger in Taiwan, wo er die Plattform Mobilegeeks.de betreibt.

 

In den letzten Jahren gewann er vier Mal den Titel "Smart Mobile Pundit", welcher die weltweit einflussreichsten Journalisten und Blogger im Bereich "Mobile" auszeichnet.

 

2015 wurde er in Deutschland als Blogger des Jahres ausgezeichnet.


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